Arbeitslosenquote fällt auf 6,8 Prozent
Ottawa: Die nationale Arbeitslosenquote ist im Dezember von 6,9 Prozent im Vormonat auf 6,8 Prozent gefallen; das
gab Statistics Canada am Freitag bekannt.
Die Anzahl der Beschäftigten stieg im Dezember um 31.000 an. Dies ist der fünfte Monat in Folge, indem ein Anstieg
zu verzeichnen war. Im Gesamtjahr nahm die Anzahl der Arbeitsplätze um 2,2 Prozent zu. Damit verlangsamte sich der
Anstieg gegenüber dem Vorjahr ein wenig. Im Jahre 1999 hatte die Zunahme bei drei Prozent gelegen. Der Zuwachs
verteilte sich gleichmäßig auf Voll- und Teilzeitbeschäftigung.
Auch im Bereich Jugendbeschäftigung lassen sich die Zahlen sehen. Im Dezember schuf die Wirtschaft 19.000 neue
Arbeitsplätze für Jugendliche. Der positive Trend setzte sich somit im fünften Monat in Folge fort. Im Vergleich
der Geschlechter schnitten die Frauen mit einem Zuwachs um 2,7 Prozent wesentlich besser ab, als ihre männlichen
Kollegen, die sich mit weniger als der Hälfte zufrieden geben mußten.
Die Zahl der Selbständigen blieb im Dezember unverändert, jedoch fiel sie im Gesamtjahr um 5,8 Prozent, was den
ersten Rückgang seit 1986 darstellt. Die meisten neuen Arbeitsplätze wurden im Dezember in der Fertigung geschaffen.
In diesem Bereich fanden 29.000 Menschen einen neuen Job. Auch im Bereich Groß- und Einzelhandel, sowie im
Gesundheits- und Sozialwesen stieg die Zahl der Beschäftigten. Im Bildungswesen gingen hingegen 22.000
Arbeitsplätze verloren.
Im Vergleich der Provinzen schnitt Quebec mit 14.000 neuen Jobs im Dezember am besten ab. Die Arbeitslosenquote
der Provinz sank auf acht Prozent - der niedrigste Wert seit 1976. Anführer der Nation ist Ontario, mit dem größten
Gesamtzuwachs im Jahre 2000. Dennoch ging die Arbeitslosenquote Ontarios um einen halben Prozentpunkt auf sechs Prozent rauf.
Dies wird damit begründet, daß immer mehr Menschen auf den Arbeitsmarkt strömen. Auch in den Provinzen Alberta,
British Columbia, Nova Scotia und Prince Edward Island gab es im Dezember Zuwächse bei den Arbeitsplätzen.
Saskatchewan hingegen mußte einen Rückgang hinnehmen.
5.Januar 2001
Einwanderungsbestimmungen stehen kanadisch-kubanischer Liebe im Wege
Halifax: Ein Liedermacher aus Halifax liegt im Streit mit den kanadischen Behörden, da diese seine kubanische
Verlobte nicht vor der Heirat für einen Besuch ins Land lassen wollen.
Frank Dalton lernte Yolaisy Garcia im Jahre 1996 in Santa Clara auf Kuba kennen. Seitdem hat der 58-jährige zahlreiche
Male die Karibikinsel besucht, um seine 26 Jahre alte Friseurin zu treffen. Nach so vielen Jahren will Dalton die
Liebesbeziehung nun offiziell machen und beabsichtigt die Heirat. Bevor er allerdings den Bund der Ehe eingeht, wollte
er seiner Zukünftigen seine Heimat und seine vier Kinder vorstellen.
Da Garcia in Kuba über keinerlei finanzielle Mittel verfügt, wurde ihr Antrag auf ein Touristenvisa von den
kanadischen Behörden abgelehnt. Der in Havanna ansässige Botschaftsbeamte hatte sie als Risikofall eingestuft und
ihr die Absicht, in Kanada verbleiben zu wollen, unterstellt. Dalton hingegen beteuert, daß das Paar die Absicht hege, sich
auf Kuba niederzulassen. Zudem wolle seine Zukünftige eigentlich gar nicht nach Kanada reisen, aber er habe darauf
bestanden.
Um ein Touristenvisa für Kanada zu erhalten, müssen Antragsteller versichern, daß sie keinerlei Absicht haben, dauerhaft
in Kanada zu verbleiben. Ist der zuständige Beamte von dieser Absicht nicht überzeugt, wird das Visa nicht erteilt. Die
einzige Chance, die dem Paar nun bleibt, ist die Heirat. Erst danach steht dem Paar der Große Weiße Norden zum Besuch
offen.
4.Januar 2001
Boom in Alberta und kein Ende in Sicht
Fort McMurray: Albertas Wirtschaft boomt und ein Ende ist nicht in Sicht. Neben den vielen guten Seiten des Booms gibt es
aber auch Schattenseiten, die ganz besonders in der Kleinstadt Fort McMurray deutlich werden: Es gibt kaum noch
Arbeitnehmer im Servicebereich.
Zum gesetzlichen Mindeststundenlohn von 5,90 Dollar die Stunde - einer der niedrigsten in ganz Kanada - arbeitet schon lange
keiner mehr in McMurray, einer Kleinstadt 435 km nördlich von Edmonton. Aber selbst mit sieben Dollar Stundenlohn lassen sich
nur die wenigsten zur Arbeit bewegen, denn ein solches Gehalt zahlt schon lange nicht mehr die monatlichen
Lebenshaltungskosten. Ein Zweizimmerapartment ist nicht mehr unter 900 Dollar im Monat zu haben und die Industrie zahlt im
Durchschnitt einen Stundenlohn von 20 Dollar.
In die Röhre schauen die Unternehmer der Serviceindustrie, wie Restaurants, Motels oder Schnellrestaurants, denn ihnen laufen
die Angestellten weg. Der örtliche McDonalds zahlt seinen Angestellten bereits zehn Dollar die Stunde, um sie in der
Mittagszeit bei der Stange zu halten. Andere Restaurants müssen teilweise ihren Straßenverkauf einstellen, da ihnen
schlichtweg die nötigen Arbeitskräfte fehlen. Die meisten Unternehmen im Servicebereich arbeiten mit der Hälfte der sonst
üblichen Besatzung.
Fort McMurray, steht im Glanze eines Energiebooms und die großen Energieriesen, wie Suncor, Syncrude und Shell suchen
ständig nach geeigneten Arbeitskräften. Ein weiteres Zeichen des Booms: Es gibt keine Mietwohnungen oder Häuser mehr. Die
Leerstandsquote ist praktisch gleich Null. Kein Wunder also, daß die Preise drastisch angezogen haben. Vor 1960 war
McMurray ein kleines Dorf mit rund 1000 Einwohnern. Heute leben rund 35.000 Menschen dort.
3.Januar 2001
Kanadier begrüßen das Neue Jahr mit einem eisigen Ritual
Landesweit begrüßten Kanadier das neue Jahr mit dem sogenannten Polar Bear Swim, einem eisigen Ritual, dem nur die
Mutigsten gewachsen sind. An den Küsten gehen wagemutige Schwimmer bei eisigen Minusgraden ins Wasser und testen so
ihren Mut und ihre körperlichen Kräfte.
Im Landesinneren, wo der Sprung ins Meer verwehrt bleibt, müssen Flüsse oder Seen herhalten. Oft sind diese jedoch
zentimeterdick zugefroren, so daß zwei Löcher in das Eis gehauen werden müssen. Die Löcher befinden sich im Abstand von
rund zwei Metern und die Teilnehmer tauchen unter dem Eis von einem Loch zum anderen. Nicht jeder ist allerdings so
wagemutig und einige ziehen es eher vor, dem Spektakel einfach nur zuzusehen. Dennoch finden sich jedes Jahr Schwimmer
aller Altersstufen ein, die den Sprung in die eisigen Fluten wagen.
Für einige geht diese Mutprobe jedoch leider tödlich aus, wie im Falle des 29-jährigen Brian MacEachern, dem der Sprung
in die eisigen Fluten des Tabusintac River, 130 km nördlich von Moncton, das Leben kostete. Unfälle dieser Art sind
leider kein Einzelfall, aber es kann die Wagemutigen dennoch nicht von ihrem jährlichen Ritual abhalten.
2.Januar 2001