Zahl der Einwanderer soll erhöht werden
Ottawa: Kanada will im nächsten Jahr 235.000 Einwanderer ins Land lassen, was einem Anstieg von vier Prozent gegenüber diesem Jahr gleichkommt. Einwanderungsministerin Elinor Caplan sagte am Donnerstag, daß die Regierung langfristig an dem Ziel festhalte, die Einwanderungsquote auf ein Prozent der Bevölkerung festzulegen.

Im letzten Jahr fanden 227.000 Einwanderer und Flüchtlinge in Kanada ein neues Zuhause, was geringfügig über dem Ziel von 225.000 lag. Das diesjährige Ziel bleibt unverändert, soll aber im nächsten Jahr um 10.000 angehoben werden. Die Regierung geht davon aus, daß Einwanderung ein wichtiger Faktor bleibe, um in der globalen Wirtschaft mitzuhalten und räumte einen Mangel an ausgebildeten Fachkräften in vielen Schlüsselindustrien ein.

"Ein erfolgreiches Einwanderungsprogramm, wie das unsere, ist mehr als nur ein paar Zahlen auf dem Papier," sagte Caplan. "Es handelt sich vielmehr um hart arbeitende Menschen und ihre Familien, die aus der ganzen Welt hierher kommen, um uns beim Aufbau der Wirtschaft, unserer Gesellschaft und unserer Kultur zu helfen."
8.Februar 2001

Umweltstudie räumt Kanada einen Spitzenplatz ein
Im Rahmen einer auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos erstmals vorgestellten Untersuchung von Forschungsinstituten der Columbia University und der Yale University sowie einer Arbeitsgruppe des Weltwirtschaftsforums wurde ein neuer Umweltindex (Environmental Sustainability Index/ESI) entwickelt. Darin wird Kanada unter 122 Staaten ein Spitzenplatz eingeräumt. Hinter Finnland und Norwegen rangiert Kanada auf Platz drei. Zu den 22 Faktoren, nach denen der Index bemessen wird, gehören die Luftqualität in den Städten, staatliche Gesundheits- und Umweltpolitik sowie wissen-schaftliches Engagement in Sachen Umwelt, aber auch die Größe von Naturschutzgebieten und Wasserflächen. Bewertungen nach dem Umweltindex ESI sind vor allem als politische und wirtschaftliche Entscheidungshilfen gedacht und ermöglichen Vergleiche auf inter-nationaler Ebene.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft

Newfoundland, Saskatchewan, Québec: Wechsel an der Regierungsspitze
In Newfoundland und Labrador wird Roger Grimes neuer Minister-präsident. Die in der Atlantikprovinz regierende Liberale Partei wählte den früheren Gesundheitsminister zu ihrem neuen Parteichef und damit zum designierten Nachfolger von Ministerpräsident Brian Tobin. Dieser war im Dezember als Wirtschaftsminister ins Bundes-kabinett in Ottawa übergewechselt. Auch in zwei weiteren Provinzen haben vorzeitig ausscheidende Ministerpräsidenten Vakanzen hinterlassen. In Saskatchewan hat Lorne Calvert inzwischen das Rennen um den Vorsitz in der regierenden Neuen Demokratischen Partei (NDP) gewonnen. Das ehemalige Kabinettsmitglied ist damit designierter Ministerpräsident der Prärieprovinz. In Québec soll am 3. März entschieden werden, wer die Nachfolge des bisherigen Ministerpräsidenten Lucien Bouchard antritt. Bouchard war vor kurzem zurückgetreten.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft

Bank of Canada senkt Zinsen und korrigiert Vorhersagen
Ottawa: Der neue Zentralbankdirektor sagt ein robustes kanadisches Wirtschaftswachstum in der zweiten Jahreshälfte vorher, nachdem die heftigen Turbulenzen des US-amerikanischen Wirtschaftsabschwungs verdaut sind. David Dodge, der in der letzten Woche das Amt von Gordon Thiessen übernommen hatte, sah das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr bei drei Prozent liegen.

Am 23.Januar waren die Zinsen bereits um 25 Basispunkte gesenkt worden. Weitere Zinssenkungen werden allerdings schon in Kürze erwartet. Einen positiven Effekt auf die Wirtschaft erhofft man sich von den seit Anfang Januar greifenden Steuersenkungen. Zudem wird aufgrund der sinkenden Rohölpreise ein geringer Druck auf die Inflationsrate erwartet. Dies gäbe im Gegenzug einigen Spielraum für weitere Zinssenkungen der Zentralbank. Der kanadische Dollar reagierte auf die Zinssenkung mit einer Talfahrt und verlor am Montag mehr als einen halben Cent, was den größten Rutsch seit Oktober darstellt.
6.Februar 2001

Chretien trifft Bush
Washington: US-Präsident W. Bush wies Vermutungen zurück, Kanada wäre besser mit Al Gore im Weißen Haus gefahren und schlug vor, er und Jean Chretien würden die Golfplatzdiplomatie mit einer Anglerfreundschaft tauschen. Beide versuchten während ihres ersten Treffens am Montag, Spekulationen, beide hätten weder politisch noch persönlich viel gemeinsam, wegzuwischen.

Der Eindruck war entstanden, nachdem der ehemalige Botschafter Raymond Chretien beobachtet hatte, daß Gore Kanada besser kenne, als Bush, der zuerst an Mexiko denke, wenn er über die direkten Nachbarn der USA nachdenke. Chretiens Freundschaft mit dem ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton, die sich in vielen Golfspielen innerhalb der letzten fünf Jahre gefestigt hatte, ließ ihn einen der Hauptpunkte in Bushs Programm kritisieren: Die 1,6 Billionen Dollar Steuersenkung.

Kanada hat zudem Kritik am Vorhaben von Bush, Ölfelder in einem Naturschutzgebiet von Alaska zu erkunden, geübt. Das Schutzgebiet liegt nahe der Grenze zum Yukon. Auch der Plan Bushs für ein Raketenabwehrsystem ist bei Kanada auf Skepsis gestoßen.

Die Entscheidung Bushs, seinen ersten Auslandsbesuch nach Mexiko zu machen, bricht eine lange Tradition. In der Vergangenheit war der erste Auslandsbesuch eines amerikanischen Präsidenten stets ein Besuch in Kanada gewesen.
5.Februar 2001


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