Wirtschaft aktuell: Zentralbankgouverneur setzt auf Energie- und Luftfahrtindustrie
David Dodge, der Chef der Bank of Canada, sieht für die kanadische Wirtschaft schon ab Sommer oder Herbst diesen Jahres wieder neuen Aufschwung, mit einem Zuwachs von drei bis vier Prozent. Dafür sorgten schon, so der Zentralbankgouverneur vor dem Senatsausschuss für Banken, Handel und Wirtschaft, die blühende Energiewirtschaft des Landes und Sektoren wie die Québecker Luftfahrtindustrie. Auch bei der Bauindustrie, im Dienstleistungsbereich und im Einzel- handel gebe es eine stabile Konjunktur, betonte Dodge, während vor allem die mangelnde Nachfrage in den USA in Kanadas Kraftfahrzeug- industrie bereits ihre Spuren hinterlassen habe.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft

Vier Prozent Zuwachs: Energieprovinz Alberta weiter vorn
Die Westprovinz Alberta wird, so eine Prognose von TD Economics, auch in diesem Jahr ihre wirtschaftliche Spitzenposition unter Kanadas Provinzen wie schon im Vorjahr im Erfolg behauten. Die Analysten sehen für die Energieprovinz ein vierprozentiges Wachstum für 2001 (Gesamtkanada: 2,2 Prozent) und für 2002 einen Zuwachs von 3,8 Prozent.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft

Ein Millionen-Dollar-Projekt: Heizen mit Energie aus Brennstoffzellen
Die kanadische Bundesregierung hat in der vergangenen Woche einem Projekt ihre Unterstützung zugesagt, das den Kohlendioxid-Ausstoß deutlich senken könnte. Es geht um Entwicklung und Erprobung eines mit Brennstoffzellen betriebenen 50-Kilowatt-Generators, mit dem kleinere Bürohäuser und Mietwohnungen beheizt werden sollen. Die Brennstoffzellen verwenden Erdgas. Jeder der 50-KW-Generatoren kann sechs bis sieben Wohneinheiten mit Elektrizität, Heizung und warmem Wasser versorgen. Hydrogenics Corporation, die den Prototyp entwickelt, erhält aus Mitteln des Ministeriums für Naturressourcen und des Climate Change Action Fund mehr als zwei Millionen Dollar, ein Drittel der gesamten Projektkosten. Senator Jerry Grafstein, der die finanzielle Unterstützung bekanntgab, betonte, kanadische Firmen könnten mit der Entwicklung und dem Export der innovativen Heiztechnik auch anderen Ländern helfen, etwas für den Klimaschutz zu tun. Weitere Informationen über das Projekt im Internet: www.climatechange.gc.ca
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft

Die große Schmelze: Im Sommer wird die Arktis grün
Die fortschreitende Klimaveränderung wird das Eis in der Arktis schneller schmelzen lassen als bisher angenommen. Auf dem Klima- gipfel der Nordpol-Anrainerstaaten hat der Wissenschaftler Guy Dauncey vor kurzem einem Diskussionsforum Prognosen vorgestellt, denen zufolge es in einhundert Jahren in der Arktis in den Sommer- monaten keine Eisdecke mehr geben wird. Jahr für Jahr schmelze sie um drei Prozent. Nach Berechnungen russischer Forscher ist die arktische Eisdecke bereits zwischen 1970 und 1999 um 40 Prozent dünner geworden.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft

Sommerzeit in Kanada - eine Frage der Provinz
Wie in vielen Staaten, werden dieses Wochenende auch in Kanada die Uhren um eine Stunde vorgestellt - außer Sie leben in Nunavut, wo die Zeitverstellung eher eine Glaubensfrage ist.

Waren in Europa die Uhren schon letzte Woche eine Stunde vorgestellt worden, werden sie in Nordamerika erst heute auf Sommerzeit umgestellt. Aber keine Regel ohne Ausnahme: In der Provinz Saskatchewan wird schon seit 1960 die Uhr nicht mehr verstellt, denn es hatte das bäuerliche Leben zu sehr in Mitleidenschaft gezogen. Im neuen Territorium Nunavut hingegen weiß mittlerweile niemand mehr so ganz genau, wie spät es eigentlich ist.

Kurz nachdem Nunavut im Jahre 1999 von den Northwest Territories abgetrennt wurde, hatte man entschieden, das gesamte Territorium auf eine gemeinsame Zeitzone zu bringen - vorher waren es drei gewesen. Dies sollte Einigkeit demonstrieren, erreichte aber genau das Gegenteil. Die Einwohner der beiden äußeren Zeitzonen waren mit diesem Schritt nicht einverstanden. Einige Gemeinden weigerten sich schlichtweg, die neue Zeit anzunehmen. Die Uhren in Gemeindeverwaltungen gingen fortgehend anders, als die in Verwaltungen der Provinz. Nachdem keine Einigung erzielt werden konnte, entschied man auf die ehemaligen drei Zeitzonen zurückzugehen.

Die Regierung mußte deshalb die Zeitungen zur Hilfe nehmen, um den Bewohnern zu erklären, wie sie ihre Uhr am Wochenende zu stellen haben. Einige werden auf Sommerzeit umstellen, andere wiederum lassen die Uhr wie sie ist.
31.März 2001


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