Kanadas Position zum Kyoto-Protokoll
In einer offiziellen Erklärung hat Kanadas Umweltminister David Anderson kürzlich die Position seiner Regierung zum Klimaschutz und zum Kyoto-Protokoll dargelegt. In dieser Erklärung heißt es.: "In Kanada gibt es sehr reale Beweise für die Klimaveränderung. Im Norden schmilzt der Dauerfrostboden. Für Eisbären wird es schwer, etwas zum Jagen zu finden, weil die Zeit, in denen das Meer zuge- froren ist, immer kürzer wird. Der Wasserspiegel der Großen Seen sinkt, während an unseren Küsten der Meeresspiegel steigt und die Wassertemperaturen sich verändern...

Kanada hat sich zum Protokoll von Kyoto bekannt, und wir beab- sichtigen, die darin eingegangenen Verpflichtungen und für uns festgelegten Ziele zu erfüllen. Daher rührt unser starkes Engagement, im Rahmen von internationalen Bemühungen zu einer brauchbaren Vereinbarung über die Regeln für die Umsetzung sämtlicher Aspekte des Klimaschutz-Protokolls einschließlich der Nutzung von Kohlenstoffsenken bei Wald- und Ackerland sowie von Marktmechanismen zu kommen, denen alle Teilnehmerstaaten in Kyoto zugestimmt haben.

Während die Vereinigten Staaten derzeit ihre Klimaschutzpolitik überprüfen, sollten wir sie daran erinnern, dass sie für ein Viertel der weltweiten Emissionen verantwortlich sind, und sie gemeinsam auffordern, eine Führungsrolle zu übernehmen. Ich gehe mit Roman Prodi, dem Präsidenten der Europäischen Kommission, und dem schwedischen Staatsminister Göran Persson konform, der unlängst schrieb: "Wenn bestimmte Teile der Vereinbarung die Vereinigten Staaten daran hindern, sie zu ratifizieren, dann sollten wir verhandeln...
Um Fortschritte im Kampf gegen Klimaveränderungen zu erzielen, bedeutet ein erfolgreiches Klimaschutzprotokoll für Kanada, dass die Regeln für die vier Kernfragen festgelegt werden müssen:
(1) Erkennen, welche entscheidende Rolle dauerhafte Kohlenstoff- senken im Zusammenhang mit Wald und Ackerland spielen können,
(2) effiziente und zugängliche Marktmechanismen, (3) die Notwendigkeit der Unterstützung und Einbindung von Ent- wicklungsländern
(4) und die Ausarbeitung eines Regelwerks, das die Erfüllung der in dem Protokoll festgelegten Umweltziele ermöglicht.

Auch der Privatwirtschaft fällt eine einzigartige Rolle zu. Nach Auffassung Kanadas sollte das Protokoll von Kyoto kreative, markt- gestützte und kosteneffiziente Maßnahmen hervorbringen, wo immer dies möglich ist. ... Viele kanadische Unternehmen aus dem Bereich der Umwelt- und Energietechnik verfügen über die nötigen Fach- kenntnisse und Mittel, um international etwas zu bewirken...

Kanada erkennt auch an, dass Entwicklungsländer Prioritäten haben, etwa den Technologietransfer, den Aufbau von Kapazitäten und Hilfe bei der Anpassung an Klimaveränderungen, die beachtet werden müssen. Kanada hat seinen Beitrag zur Klimaveränderung geleistet. Wir beschäftigen uns ausführlich mit diesem globalen Problem. Wir beabsichtigen, unser Kyoto-Ziel größtenteils durch inner- staatliche Maßnahmen zu erfüllen. In den nächsten fünf Jahren werden wir 1,1 Milliarden Dollar in Klimaschutzmaßnahmen investieren. Der Aktionsplan 2000 wird Emissionsreduktionen in allen Sektoren unserer Wirtschaft bewirken und uns unser Kyoto-Ziel voraussichtlich zu einem Drittel erfüllen lassen. Wir arbeiten auf politischer Ebene weiter daran, wie wir die übrigen zwei Drittel am besten erfüllen können..."
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft

Kanada will Konvention über das Verbot hochgiftiger Chemikalien schnellstmöglich ratifizieren
Bei der Unterzeichnung der Konvention über das Verbot von zwölf besonders giftigen Chemikalien hat der kanadische Umweltminister David Anderson in Stockholm betont, sein Land werde zu den ersten gehören, die diese Konvention ratifizieren. Die meisten der auch als 'dreckiges Dutzend' bezeichneten schwer abbaubaren organischen Verbindungen (POPs), zu denen Pestizide wie DDT, Polychlorphenyle (PCB), Dioxine und Furane gehören, sind in Kanada seit etlichen Jahren verboten. Dennoch sind vor allem die Inuit in der kanadischen Arktis von den hochgiftigen Stoffen betroffen, die über große Ent- fernungen in ihren abgeschiedenen Lebensraum gelangen. Sie nehmen sie mit ihrer traditionellen Nahrung, etwa dem fettreichen Robben- fleisch, auf.

Als erstes Land hatte Kanada im März 2000 beschlossen, Entwicklungs- ländern einen Fonds von zwanzig Millionen Dollar zur Verfügung zu stellen, damit sie das billige Gift durch weniger schädliche, aber teurere Chemikalien ersetzen können.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft


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