Premierminister Chrétien: Im Kampf gegen Terrorismus nach langfristigen Lösungen suchen
Als das Parlament in Ottawa am Montag dieser Woche nach einer langen Sommerpause zu seiner ersten Sitzung zusammenkam, bestimmten auch hier die verheerenden Terroranschläge in den USA, ihre Auswirkungen und Kanadas Rolle bei der globalen Bekämpfung des Terrorismus die Debatte. "Die gesamte zivilisierte Welt hat die Pflicht, sich gegen die Geißel des Terrorismus zu erheben", erklärte Premierminister Jean Chrétien. Unter Verweis auf die Geschichte Kanadas warnte der kanadische Regierungschef zugleich aber auch vor Entscheidungen, die auf eine schnelle Lösung zielen. Er erklärte: "Die USA sind Kanadas engste Freunde und Partner. Unser Land ist eine Nation von Einwanderern aus der ganzen Welt, ein Volk, in dem alle Nationalitäten, alle Farben und alle Religionen vertreten sind ... Niemand darf uns zwingen, unsere Werte und unsere Traditionen aufzugeben, auch nicht unter dem Druck dringender Umstände... Wir werden wachsam sein, doch wir wollen aus Kanada keine Festung gegen die übrige Welt machen." Jetzt gelte es, Solidarität mit den Amerikanern zu zeigen, überlegt und umfassend zu handeln und für langfristige Lösungen zu sorgen. Auch Verteidigungsminister Art Eggleton stellte klar, bei der Be- kämpfung des Terrorismus ziehe er andere als die traditionellen militärische Möglichkeiten vor, doch auch diese könnten sich als notwendig erweisen. "Ein Feldzug gegen den Terrorismus richtet sich nicht gegen einen bestimmten Staat oder ein einzelnes Land. Wir müssen den Terrorismus ausrotten, seine Organisationen zerstören und ihnen die Möglichkeit nehmen, Geld für ihre Zwecke zu sammeln. Mit einem konventionellen Krieg lässt sich all dies nicht erreichen." Die USA werden Kanadas ungeteilte Unterstützung erhalten, versprach Außenminister John Manley in der Parlamentsdebatte. "Unsere militärische, politische und wirtschaftliche Sicherheit ist strikt mit den USA verbunden."
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft

Trauer: 80.000 Kanadier versammeln sich vor dem Parlament
Am vergangenen Freitag, den Kanada Premierminister zum Tag der Trauer um die Opfer der Terroranschläge in den USA erklärt hatte, beteiligten sich in Ottawa 80.000 Menschen an einer Trauerfeier vor dem Parlamentsgebäude, an der auch Premierminister Chrétien und der US-amerikanische Botschafter Paul Celucci teilnahmen. Zu ähnlichen Gedenkstunden kamen Tausende auch in Montréal, Toronto und Halifax zusammen. In Kanadas Pazifikmetropole Vancouver hielten Busse und Bahnen minutenlang an, damit die Mitfahrenden eine Schweigeminute einhalten konnten.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft

Gastfreundschaft: Für Zehntausende war der geplante USA-Flug in Kanada zu Ende
Mehr als 30.000 Passagiere, deren rund 150 Linienflüge in die USA nach den Terroranschlägen in New York und Washington nach Ostkanada umgeleitet worden waren, wurden von den Anwohnern der kanadischen Flugplätzen in Gander, Goose Bay, Moncton, St. John’s und Halifax mit überwältigender Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft empfangen. Die gestrandeten Fremden, unter ihnen Petra Roth, die Oberbürgermeisterin von Frankfurt am Main, wurden in Schulen, Hockey- und Bingohallen untergebracht. Die kanadischen Streitkräfte sorgten nicht nur für viele Tausend Feldbetten und Decken, sie machten auch auf ihren verschiedenen Stützpunkten Platz für die unfreiwilligen Gäste. Andere kamen vor Ort bei Hunderten von Familien unter.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft

Flugsicherheit: Die Tür zum Cockpit bleibt zu
Kanadas Verkehrsminister David Collenette hat Maßnahmen angekündigt, die das Fliegen sicherer machen sollen. Neben verschärften Sicherheitsmaßnahmen und größerer Polizeipräsenz auf den Flughäfen müssen kanadische Passagierflugzeuge in Zukunft die Tür zum Cockpit während der gesamten Flugdauer abschließen. Falls erforderlich, könne der Pilot die Tür öffnen, erklärte der Minister. Zudem werden an bestimmten Stellen Überwachungskameras etabliert. In Gesprächen mit den kanadischen Fluggesellschaften will Collenette auch darüber diskutieren, ob Polizisten anstelle von privatem Sicherheitspersonal in Zukunft Gepäck und Fluggäste kontrollieren sollten.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft


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