Gegen Intoleranz: Premierminister Chrétien verurteilt Ausschreitungen gegen Muslime
Vor einer Versammlung von Muslimen in Ottawa hat Kanadas Premierminister
Jean Chrétien noch einmal alle Übergriffe gegen Menschen
islamischen Glaubens und gegen Mitbürger aus arabischen Ländern
verurteilt. Es sei beschämend, wie manche Kanadier nach den Terroranschlägen
in den USA mit diesen Menschen umgehen, erklärte der
Premierminister, als in der vergangenen Woche in Ottawa eine Moschee
besuchte. Der Kanadische Islamische Kongress hat inzwischen ange-
kündigt, er wolle sich um ein besseres Verständnis des Islam bemühen.
Wie sein Präsident Mohammed Elmasry einer Meldung von Radio Canada
International (RCI) zufolge erklärte, werden deshalb in Zukunft alle
150 Moscheen des Landes jede Woche im Anschluss an das Sonntagsgebet
nachmittags eine Stunde lang Nicht-Muslime offen stehen. Überdies
hat der Kongress alle Kanadier zu Geldspenden für die Opfer der
Anschläge in den USA aufgefordert. Mit einem Teil der Spenden sollen
auch die bei Ausschreitungen in Kanada angerichteten Schäden beseitigt
werden.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft
Flüchtlingshilfe: Kanada stellt eine Million Dollar für Afghanistan-Flüchtlinge zur Verfügung
Die kanadische Entwicklungshilfebhörde CIDA hat dem Flüchtlingshilfswerk
der Vereinten Nationen eine Million Dollar als Soforthilfe
für Flüchtlinge aus Afghanistan zur Verfügung gestellt. Das dem
Hochkommissar für Flüchtlinge (UNHCR) überwiesene Geld ist für
Zelte, Trinkwasserversorgung und sanitäre Einrichtungen bestimmt.
"In Afghanistan sind wieder Tausende Menschen auf der Flucht.
Kanada wird seine humanitäre Hilfe für die Menschen in diesem Land,
deren Not unvorstellbar groß ist, fortsetzen", erklärte
Entwicklungsministerin Maria Minna in der vergangenen Woche.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft
Turbulenzen: Luftfahrtgesellschaften und Flugzeugindustrie klagen über hohe Verluste
Kanadas größte Luftfahrtgesellschaft Air Canada musste nach eigenen
Angaben in den letzten zwei Wochen bereits Einnahmeverluste von
einhundert Millionen Dollar verbuchen. Sie transportierte auf
weniger Flügen deutlich weniger Passagiere. Ein Teil dieser Einbußen,
die auch durch die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen entstanden
sind, müsse wohl durch höhere Flugpreise kompensiert werden, heißt
es bei AC. Doch die Bitte ihres Vorstandsvorsitzenden Robert Milton
um finanzielle Hilfe durch die Bundesregierung hat Kanadas Verkehrsminister
David Collenette bereits zurückgewiesen. Er könne derzeit
keinerlei Zusagen machen, zumal Air Canada, so Collenette, bereits
vor den Anschlägen in den USA rote Zahlen geschrieben habe.
Auch Kanadas Verband der Luftfahrtindustrie rechnet für die nächsten
Jahre mit beträchtlichen Verlusten. Wie Verbandspräsident Peter Smith
in der vergangenen Woche vor dem Finanzausschuss des Parlaments
ausführte, rechne man in diesem Jahr zwar weiterhin mit einem Umsatz
von 23 Milliarden Dollar. Doch allein schon die von Boeing angekündigten
Sparpläne könnten den kanadischen Zulieferern hohe Verluste
einbringen. Boeing kauft bei der kanadischen Luftfahrtindustrie
jährlich Waren und Dienstleistungen im Wert von 1,7 Milliarden Dollar
ein.
Unterdessen steigen mehr und mehr Kanadier auf Busse und Bahnen um.
Die Eisenbahngesellschaft VIA RAIL will den Aufwind nutzen und plant
den Ausbau ihres Streckennetzes. Auch 140 neue Personenwagen sind
bestellt.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft