Haushalt 2001: Sicherheit hat ihren Preis
Mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket, für das sie in den nächsten fünf Jahren fast acht Milliarden Dollar bereitstellt, will die kanadische Bundesregierung die persönliche Sicherheit der Bevölkerung, der Grenzen zum Nachbarland sowie des Flugverkehrs ausbauen und verstärken. Dieses Hauptanliegen unterstreicht der neue Haushaltsplan, den Finanzminister Paul Martin am gestrigen Montag dem Unterhaus in Ottawa vorlegte.

Mit 2,1 Milliarden Dollar wird der Sicherheit auf Flugplätzen und in Flugzeugen der größte Posten des Milliardenpakets zugewiesen. Bundespolizei und Geheimdienste können mit 1,6 Milliarden Dollar rechnen, und für die kanadischen Streitkräfte sind 1,2 Milliarden vorgesehen. Die Effizienz kanadischer Einwanderungsbehörden und der Überprüfung von Flüchtlingen soll durch einen Zuschlag von einer Milliarde Dollar erhöht werden.

Ein Hauptaugenmerk gilt dabei den Bemühungen, den nach dem 11. September durch massive Kontrollen ins Stocken geratenen Güter-und Personentransfer zwischen Kanada und den USA wieder zum gewohnten Tempo zu verhelfen. "Wir stehen vor der Aufgabe, eine Grenze zu schaffen, die offen ist für Handel und Geschäfte, doch Terror aussperrt", betonte der Finanzminister.

Zusätzliche Infrastrukturverbesserungen wie etwa die Modernisierung und Ausbau von Straßen und Brücken sollen ebenfalls dazu beitragen, den für Kanadas Wirtschaft lebenswichtigen grenzüberschreitenden Gütertransport in die USA zu verbessern. Die dazu benötigten finanziellen Mittel werden in einer 'Stiftung für strategische Infrastruktur' bereitgestellt, die mit mindestens zwei Milliarden Dollar ausgestattet wird.

Neu ist auch ein Afrika-Sonderfonds von 500 Millionen Dollar, durch den Kanadas Entwicklungshilfe für afrikanische Länder aufgestockt wird. Afrika, so hatte Premierminister Jean Chrétien schon zuvor angekündigt, werde zu den zentralen Themen der G-8-Gipfelkonferenz gehören, die im nächsten Jahr in Kanada stattfindet.

Im Internet informiert das kanadische Finanzministerium (www.fin.gc.ca) ausführlich und multimedial über den Haushalt 2001.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft

Sicherheit (I): Zusatzsteuer auf Flugtickets
Vom 1. April 2002 an werden Flugpassagiere in Kanada mit einem Aufschlag von zwölf Dollar pro Ticket zur Finanzierung der umfassenden Sicherheitsmaßnahmen auf Flugplätzen und an Bord der Flugzeuge herangezogen.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft

Sicherheit (II): Datenübermittlung an die USA
Falls der kanadische Senat zustimmt, dann werden in Zukunft aus Sicherheitsgründen bei Flügen in die USA die Passagierlisten und andere persönliche Daten an die US-Behörden übermittelt. Einem entsprechenden Gesetz hat das Unterhaus in Ottawa in der vergangenen Woche zugestimmt. Es enthält den Zusatz, dass es der kanadischen Regierung nicht erlaubt ist, von anderen Regierungen Informationen über Fluggäste anzufordern.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft

Sicherheit (III): Mehr US-Soldaten kontrollieren die Grenze zu Kanada
In der vergangenen Woche haben die USA 600 weitere Soldaten zur Grenzkontrolle an die 6.400 km lange US-amerikanisch-kanadische Grenze beordert. Auf diese Weise, so US-Kronanwalt John Ashcroft, soll vor allem der Grenzverkehr beschleunigt werden, damit große US-amerikanische Autofirmen wie Ford und General Motors wieder schneller das bei ihren kanadischen Zulieferern gefertigte Zubehör erhalten.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft


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