Partner Afrika: Premierminister Chrétien verspricht mehr Hilfe und mehr Handel
Im Mittelpunkt einer zehntägigen Afrikareise des kanadischen Premierministers, die am vergangenen Sonntag zu Ende ging, stand der wirtschaftspolitische Plan für eine Neue Partnerschaft zur Entwicklung Afrikas (NEPAD). Darin haben sich 21 afrikanische Staaten zu Eigenverantwortung und zu den Prinzipien von 'Good Governance' verpflichtet. Als Gastgeber der diesjährigen G-8- Gipfelkonferenz (26.-27. Juni) will Jean Chrétien die Hilfe für den afrikanischen Kontinent in den Mittelpunkt der G-8-Chefrunde stellen. In einer Rede vor der UN-Wirtschaftskommission für Afrika und der Organisation vor Afrikanische Einheit (OAU) in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba lobte Chrétien NEPAD als eine Initiative, die die Afrikaner endlich wieder hoffen lasse und ihnen neue Partnerschaften mit der internationalen Gemeinschaft ermöglicht. "Sie ist ein ehrgeiziger und zukunftsweisender Vorschlag. Doch er wird nur Erfolg haben, wenn die Industriestaaten bereit sind, ihn zu unterstützen." Kanada selbst werde seine Entwicklungshilfe für Afrika effektiver gestalten und seine Handelsbeziehungen zu Afrika verbessern, versprach der Premierminister. "Erst kürzlich haben wir darüber diskutiert, wie sich Zölle und Einfuhrquoten für Importe aus den ärmsten Entwicklungsländern aufheben lassen", berichtete er. Kanada habe fast allen diesen Ländern ihre Schulden im Gesamtwert von 3,3 Milliarden Dollar erlassen. Für die verbliebenen Kredite brauchten seit Januar 2001 keine Zinsen mehr gezahlt zu werden. Zur Unterstützung des Afrika-Aktions-Plans der G-8-Gruppe hat Kanada eine halbe Milliarde Dollar bereit gestellt. Überdies versprach Chrétien, die kanadische Entwicklungshilfe werde in den nächsten Jahren um jeweils acht Prozent aufgestockt.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft

Vorreiter Kanada: Der Internationale Strafgerichtshof (ICC) soll am Canada Day mit der Arbeit beginnen
Nachdem jetzt mehr als 60 Staaten die Ratifizierungsurkunde zum Statut des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) unterzeichnet haben, kann die internationale Rechtsinstanz ihre Arbeit aufnehmen. Premierminister Chrétien begrüßte die Einrichtung des ICC als "historische Antwort aller zivilisierten Menschen auf die vielen entsetzlichen Gewalttaten, die in bewaffneten Konflikten an unschuldigen Männer, Frauen und Kinder begangen worden sind." Der ICC, der sich mit Kriegsverbrechen, Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu befassen hat, werde "erstmals auch Verbrechen wie sexuelle Versklavung und die Rekrutierung von Kindersoldaten verfolgen." Kanada, das das ICC-Statut im Juli 2000 ratifiziert hatte, habe sich, so betonte Chrétien, von Anfang an für die Einrichtung eines permanenten Internationalen Strafgerichtshof eingesetzt und als erstes Land entsprechende Gesetze verabschiedet. "Deshalb freut es mich besonders, dass das ICC-Statut am 1. Juli, dem kanadischen Nationalfeiertag, in Kraft tritt."

Kanadas Botschafter in Schweden, Philippe Kirsch, der die Vorbereitungskommission zur Etablierung des ICC leitet, erklärte: "Kanada hatte große Anstrengungen unternommen, um andere Länder dazu zu bringen, das Statut zu ratifizieren. Es hatte sie zudem mit dem notwendigen technischen Know-how unterstützt."
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft

Fliegen in Kanada: Mehr Sicherheit kostet jetzt Zusatzsteuer
Seit dem 1. April wird auf jedes in Kanada verkauftes Flugticket ein Zuschlag von 24 kan. Dollar (Hin- und Rückflug) erhoben. Mit dieser Zusatzsteuer sollen die Kosten finanziert werden, die durch eine Vielzahl zusätzlicher Sicherheitsvorkehrungen in der Luftfahrt entstanden sind. Ende März hatte Kanadas Verkehrsminister David Collenette die Einrichtung einer kanadischen Behörde für Flugsicherheit (CATSA) bekannt gegeben, die am 1. April ihre Arbeit aufgenommen hat.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft


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