Paul Martin aus dem Kabinett ausgeschieden: Vizepremier John Manley übernimmt in Ottawa das Finanzressort
Premierminister Jean Chrétien hat am Sonntag Finanzminister Paul Martin entlassen und Vizepremier John Manley das gewichtige Finanzressort übertragen. Paul Martin, der international hohes Ansehen genießt, hatte seit der Amtsübernahme der Liberalen Partei im Jahre 1993 in Ottawa das Finanzressort geleitet und war damit Kanadas am längsten amtierender Finanzminister der Nachkriegsära. In den neun Jahren seiner Amtszeit hatte er das 40-Milliarden-Dollar-Haushaltsdefizit abgebaut und jeweils in den letzten fünf Jahren Überschuss-Budgets vorgelegt. In dieser Zeit wurde das Verhältnis der Staatsschuld zum Bruttoinlandsprodukt, das 1995/96 noch bei über 71 Prozent gelegen hatte, auf unter 53 Prozent reduziert. Paul Martins Amtsnachfolger John Manley war Kanadas Wirtschaftsminister, bevor Regierungschef Chrétien ihn zunächst zum Außenminister und dann zu seinem Stellvertreter ernannte. Nach seiner Amtseinführung versicherte der neue Finanzminister vor der Konferenz der Zentralbankchefs und führender Vertreter von Weltbank und Internationalem Währungsfonds in Montréal, an der Finanzpolitik der kanadischen Regierung werde sich nichts ändern. Im Vorfeld des G-8-Gipfels in Kananaskis (26./27. Juni) trifft John Manley am 14. und 15. Juni in Halifax, Nova Scotia, mit den übrigen Finanzministern der wichtigsten Industrieländer (G-7) zusammen.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft

Aufwärts: Wirtschaftswachstum legt kräftig zu
In den ersten drei Monaten diesen Jahres hat die kanadische Wirtschaft gegenüber dem vorherigen Quartal um 1,5 Prozent zugelegt. Das war die höchste Zuwachsrate, die seit Ende 1999 in Kanada in einem Quartal erreicht worden ist. Nach Angaben von Statistics Canada waren vor allem der mit 15 Prozent Zuwachs boomende private Häuserbau, der Abbau der industriellen Lagerbestände und der Export für den Zuwachs verantwortlich. Falls dieser Aufwärtstrend weiter anhält, rechnet Kanadas Statistikbehörde zum Jahresende mit einer Wachstumsrate von sechs Prozent.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft

Standort Kanada: Boom in 'Hollywood North'
Immer mehr kleinere US-amerikanische Film- und Fernsehproduktionen werden aus Kostengründen nach Kanada verlagert. Einer aktuellen Untersuchung des Centre for Entertainment Industrie Data and Research zufolge wurden im vergangenen Jahr in Kanada, das sich in der Unterhaltungsbranche längst als 'Hollywood North' etabliert hat, 750 Millionen Dollar in die Herstellung von 29 Filmen investiert, deren Budget zwischen 10 Millionen und 50 Millionen Dollar betrug. 1998 waren es erst 15 Filme mit einem Gesamtbudget von 309 Millionen Dollar.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft


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