Neues Einwanderungsgesetz verabschiedet
Das lang erwartete kanadische Einwanderungsgesetz ist in der vergangenen Woche
verabschiedet worden. Der 'Immigration and Refugee Protection Act', wie das neue
Gesetz genannt wird, tritt am 28. Juni 2002 in Kraft.
Damit verändert sich die Welt rund um das Thema Einwanderung total. Wenn früher
noch die sogenannte Berufeliste einigen Berufszweigen die Einwanderung ermöglichte, dann
bleibt heute wohl für die meisten Independant Immigrants der Traum von Kanada für immer
nur ein Traum. Gefragt sind heute vor allem ein abgeschlossenes Studium, Arbeitserfahrung, Sprachkenntnisse in den beiden Landessprachen und eine feste Arbeitsplatzzusage in Kanada.
Chancen können noch bestehen, wenn man auf vorherige kanadische Arbeitserfahrung zurückgreifen kann, die legal in Kanada erworben wurde. Auch positiv zu Buche schlägt ein Studienabschluß, der in Kanada erworben wurde.
Bleibt das Tor zur Einwanderung in der Kategorie der Arbeitnehmer verschlossen, ergibt sich eventuell noch die Möglichkeit, als sogenannter Business Immigrant das begehrte Einwanderungsvisa zu erhalten. Hier gibt es verschiedene Klassen, vom Investor bis zum Unternehmer. Kapital oder einschlägige Erfahrung als Unternehmer sind aber notwendig, um den Einwanderungsbehörden die Ausstellung der Einreisepapiere schmackhaft zu machen.
Neu eingeführt wird auch eine 'Permanent Resident Card', die neue und bereits eingesessene Einwanderer ausweisen soll. Die Identitätskarte wird neuen Einwanderern automatisch ausgehändigt. Ab Herbst diesen Jahres können bereits Eingewanderte diese neue Karte beantragen. Ab 31. Dezember 2003 muß die Karte bei der Wiedereinreise nach Kanada zwingend vorgelegt werden.
Für bereits laufende Einwanderungsanträge sieht das Gesetz folgende Regelung vor:
Einwanderer in der Independent Kategorie, die eine Entscheidung vor dem 28. Juni 2002 erhalten, werden nach dem alten System bewertet.
Einwanderer in der Independent Kategorie, die ihren Antrag am oder vor dem 31. Dezember 2001 gestellt haben und noch keinen Entscheid zugestellt bekommen haben, werden noch bis zum 31. März 2003 nach dem alten System bewertet.
Einwanderer in der Independent Kategorie, die ihren Antrag am oder vor dem 31. Dezember 2001 gestellt haben und bis zum 31. März 2003 noch keine Entscheidung erhalten haben, werden zwar nach dem neuen System bewertet, müssen jedoch nur 70 Punkte erhalten.
Einwanderer in der Independent Kategorie, die ihren Antrag am oder nach dem 1. Januar 2002 gestellt haben und vor dem 28. Juni 2002 keine Entscheidung erhalten haben, werden nach dem neuen System bewertet und müssen mindestens 75 Punkte erhalten.
Außenminister der G-8 und Finanzminister der G-7 tagten in Kanada
Als Gastgeber des diesjährigen Gipfels der G-8-Staaten (der
sieben größten Industrieländer und Russlands), der am 27. und
28. Juni in Kananaskis in den Rocky Mountains stattfindet, hatte
die kanadische Bundesregierung in der vergangenen Woche die
Außenminister dieser Länder sowie die Finanzminister der G-7 zu
vorbereitenden Konferenzen nach Whistler, B. C. bzw. nach
Halifax, die Hauptstadt der Atlantikprovinz Nova Scotia, eingeladen.
Zu den beherrschenden Themen der Außenministerrunde gehörten
internationale Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus sowie
der Krisenherd in Nahost. Die Kaschmirkrise sowie der
Wiederaufbau Afghanistans standen ebenfalls auf der Agenda der
Konferenz, an der auch Spaniens Außenminister Pique als
Beobachter der EU teilnahm.
Am Ende ihrer Konferenz in Halifax zeigten sich die
Finanzminister der G-7 zuversichtlich angesichts der aktuellen
wirtschaftlichen Entwicklung. Kanadas Finanzminister John Manley
verwies auf den für 2002 erwarteten Zuwachs der kanadischen
Wirtschaft von 3,5 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt seines
Landes befinde sich derzeit in einer starken Position, betonte
Manley. Auch die Hilfe für die ärmsten Entwicklungsländer
gehörte zu den Schwerpunkten der Konferenz. Kanadische
Delegierte hatten, wie Minister Manley berichtete, erfolgreich
zwischen den zunächst unterschiedlichen Positionen der USA und
der EU vermittelt. Die Finanzminister einigten sich schließlich
auf einen Kompromiss, dem zufolge die Weltbanktochter IDA
(International Development Association) ein Fünftel statt, wie
bisher, fünf Prozent ihrer Mittel als Zuschüsse an die ärmsten
Länder vergibt, die nicht zurückgezahlt werden müssen.
Terrorismus lasse sich am besten bekämpfen, wenn man das
Wachstum der Weltwirtschaft fördert und zugleich den ärmsten
Ländern eine helfende Hand reicht, sagte der kanadische Finanzminister.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft
Agrarsubventionen: Kanadische Kritik an den USA und an der EU
Vertreter der kanadischen Regierung haben die massiven
Agrarsubventionen der USA scharf kritisiert. In Halifax verwies
Finanzminister John Manley darauf, dass nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit
kanadischer Farmer darunter leide sondern auch das globale
Wirtschaftswachstum und die Entwicklungsländer. Für Bauern in
Afghanistan etwa lohne es sich jetzt wieder weit mehr, den
profitablen Mohn, die Grundsubstanz für die Opium- und
Heroinproduktion, anzubauen anstatt Nahrungsmittel. Zuvor schon hatte
Kanadas Landwirtschaftsminister Lyle Vanclief auf der
Welternährungskonferenz in Rom die USA und die Europäische Union wegen
ihrer Subventionen für die Landwirtschaft kritisiert.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft