UN-Weltgipfel in Johannesburg: Premierminister Chrétien vertritt Kanadas Position
An der Spitze einer kanadischen Delegation nimmt Premierminister
Jean Chrétien am Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung (WSSD)
teil, der in dieser Woche im südafrikanischen Johannesburg
stattfindet. Nachhaltige Entwicklung gehört zu den Kernpunkten der
kanadischen Außenpolitik. Dabei konzentriert sich die kanadische
Regierung, wie schon auf der diesjährigen G-8-Gipfelkonferenz
in Kananaskis, auf Afrika. Auch weltweite Gesundheits- und
Umweltinitiativen, die Förderung demokratischer
Regierungsstrukturen und der partnerschaftliche Einsatz von innovativer
Technologien und von Know-how zur Armutsbekämpfung in
Entwicklungsländern gehören zur kanadischen Agenda. Im Vorfeld der
an Umfang größten UN-Konferenz hatte Kanada für die Vereinten
Nationen einen nationalen Bericht zur nachhaltigen Entwicklung
('Sustainable Development: A Canadian Perspective'
) erarbeitet. Er war nach landesweiten,
umfassenden Beratungen mit Behörden und Vertretern
zivilgesellschaftlicher Organisationen zusammengestellt worden.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft
Februar 2004: Kanadas liberaler Regierungschef will seine politische Karriere beenden
"Ich werde nicht noch einmal als Kandidat (für die Parteiführung)
zur Verfügung stehen. Bis Februar 2004 werde ich mein Mandat
ausüben und mich ganz aufs Regieren konzentrieren. Dann habe ich
meine Arbeit getan, und dann wird mein Nachfolger gewählt
werden." Mit diesen Worten hat Kanadas Premierminister Jean
Chrétien in der vergangenen Woche vor der Parlamentsfraktion der
Liberalen Partei und im Fernsehen angekündigt, wann er seine
lange politische Karriere beenden will. Bis es soweit ist, so
betonte der Premierminister vor einer Konferenz der liberalen
Unterhausabgeordneten, sei noch viel Arbeit zu bewältigen. "In
den nächsten 18 Monaten sind wir alle gefordert, damit unsere
Arbeit abgeschlossen wird." Dann, im Alter von 70 Jahren, werde
er sich in der Gewissheit zur Ruhe setzen können, dass "Kanadas
Zukunft ungeteilt ist." (Der vollständige Wortlaut der Erklärung
ist im Internet unter nachzulesen.)
Wen immer die derzeit in Ottawa regierende Liberale Partei im
Februar 2004 zu ihrem neuen Vorsitzenden wählt, wird damit
gleichzeitig Kanadas neuer Regierungschef. Jean Chrétien war im Herbst
2000 zum dritten Mal in Folge zum Premierminister gewählt worden.
Neuwahlen zum Bundesparlament stehen in Kanada spätestens 2005
an.
Auch in anderen kanadischen Parteien bahnt sich ein Führungswechsel
an. Nachdem vor einigen Wochen schon die Chefin der
sozialdemokratischen NDP, Alexa McDonough, ihren Verzicht auf
den Parteivorsitz erklärt hatte, kündigte Anfang August auch
Joe Clark, der Vorsitzende der Progressiv-Konservativen Partei
(PC), an, er stehe für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft
Wirtschaft - aktuell: Gute Zeiten, schlechte Zeiten
Dank der zu Jahresbeginn rekordniedrigen Hypothekenzinsen erlebt
der kanadische Wohnungsbau in diesem Jahr einen regelrechten
Boom. Die Canada Mortgage and Housing Corporation (CMHC)
veranschlagt die Zahl der Wohneinheiten, mit deren Bau 2002 begonnen
wurde, auf 182.200. Das sind 20.000 mehr als im Vorjahr.
Der anhaltenden Dürre fiel im kanadischen Westen nicht nur die
Heuernte zum Opfer. Auch bei den übrigen Agrarerzeugnissen müssen
die Landwirte mit schweren Einbußen rechnen. Statistics Canada
veröffentlichte am Freitag letzter Woche die ersten
Ernteschätzungen für 2002. Danach werden im Vergleich zum letzten Jahr
25 Prozent weniger Weizen (15.45 Millionen Tonnen) geerntet, so
wenig wie seit 1974 nicht mehr. Bei Canola (Raps) fallen die
Erträge um 34 Prozent auf 3,24 Millionen Tonnen zurück. Vertreter
von Farmerverbänden schätzen die diesjährigen Ernteverluste auf
über 2,5 Milliarden Dollar.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft