Bilaterales Sozialabkommen: Der Kreis der Rentenberechtigten wurde erweitert
In Toronto haben in der vergangenen Woche die kanadische
Sozialministerin Jane Stewart und Deutschlands Botschafter in Kanada,
Christian Pauls, eine Zusatzvereinbarung zum deutsch-kanadischen
Abkommen über Soziale Sicherheit vom 14. November 1985 unterzeichnet,
das die durch die Wiedervereinigung Deutschlands geänderte Rechtslage
berücksichtigt. Danach werden für den Anspruch auf eine kanadische
Volksrente Wohnzeiten (vor dem 3. Oktober 1990) in der ehemaligen
DDR künftig mit Wohnzeiten in Kanada zusammengerechnet.
Das Zusatzabkommen ermöglicht überdies die Auszahlung von Fremdrenten
an in Kanada lebende deutschsprachige Juden aus Osteuropa mit kanadischer
oder deutscher Staatsangehörigkeit. Es enthält auch Regelungen, die
das zwischenstaatliche Rentenverfahren erleichtern und den deutschen
Versicherungsträgern Kosten ersparen.
Die Parlamente beider Länder müssen dem Ergänzungsabkommen noch zustimmen,
bevor es in Kraft tritt.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft
Versprochen: Premierminister Chrétien kündigt in Johannesburg die Ratifizierung des Kyoto-Protokoll an
Am Montag hat Kanadas Premierminister Jean Chrétien auf dem
UN-Umweltgipfel in Johannesburg angekündigt, er werde das
Parlament bitten, bis Ende des Jahres das Kyoto-Protokolls über
die Verringerung der Treibhausgasemissionen zu ratifizieren.
In einer Rede vor den Delegierten betonte der kanadische
Regierungschef: "Die extremen Wetterereignisse, die wir weltweit
erleben, unterstreichen die Realität des Klimawandels und fordern
zu weltweiten Gegenmaßnahmen auf. Das empfinden auch die Kanadier
sehr stark. ... Wenn die Beratungen abgeschlossen sind, wird das
kanadische Parlament noch vor Ende des Jahres gebeten, der
Ratifizierung des Kyoto-Abkommens zuzustimmen."
Mit Ausnahme der Canadian Alliance haben sich alle kanadischen
Parteien für eine solche Ratifizierung ausgesprochen. Kanadas
Erdölprovinz Alberta, deren Regierung eine solche Verpflichtung
als wirtschaftsschädigend ablehnt, hat bereits Widerstand
angekündigt. Das Kyoto-Protokoll verpflichtet die Industrieländer,
ihre Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2012 um sechs Prozent
unter das Emissions-Niveau von 1990 zu senken.
Nach Ansicht des deutschen Umweltministers Jürgen Trittin könnte
die kanadische Entscheidung eine Signalwirkung haben. Im Fernsehen
sagte Trittin: "Das ist ein ganz großer Schritt nach vorne, weil
damit erstmalig auf dem amerikanischen Kontinent ein wichtiger
Industriestaat gesagt hat: 'Wir stellen uns unseren unterschriebenen
Verpflichtungen, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren.' Das wird
den Druck auf die öffentliche Meinung in den USA erhöhen."
Auf dem Weltgipfel in Johannesburg, an dem auch die kanadischen
Minister Susan Whelan (Entwicklungshilfe) und David Anderson
(Umwelt) teilnahmen, sagte die kanadische Regierung zudem dem
UN-Umweltprogramm (UNEP) für die nächsten vier Jahre eine um
5,7 Millionen Dollar aufgestockte finanzielle Unterstützung zu,
die einer Verdoppelung seines bisherigen Beitrags entspricht. Auch
das Global Environment Monitoring System (GEMS) von UNEP wird von
der kanadischen Regierung in den nächsten drei Jahren mit
zusätzlichen 1,5 Millionen Dollar unterstützt.
Mit kritischen Worten wandte sich der kanadische Premierminister in
Johannesburg gegen die Agrarsubventionen der USA und der Europäischen
Union. Chrétien forderte sie auf, Agrarzölle und andere Handelshemmnisse
abzubauen, unter denen die Entwicklungsländer ganz besonders zu leiden
haben.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft
Hoffnung auf Olympia 2010: Vancouver/Whistler rückt Winterolympiade ein Stück näher
Für Kanadas Pazifikmetropole Vancouver und den nahegelegenen Skiort
Whistler in den Rocky Mountains haben sich in der vergangenen Woche
die Aussichten verbessert, im Jahre 2010 die olympischen und
paralympischen Winterspiele auszurichten. Das Internationale Olympische
Komitee (IOC) setzte die kanadischen Bewerber neben Salzburg, Bern
und Pyeong Chang (Südkorea) auf die Liste der Finalisten. Die
kanadische Bundesregierung und die Regierung der Provinz British
Columbia, die die Bewerbung bereits im vergangenen Jahr mit 9,1
Millionen Dollar unterstützten, stellten weitere Hilfe in Aussicht
und beglückwünschten Vancouver/Whistler zu diesem Punktsieg. Die
endgültige Entscheidung über den Austragungsort wird das IOC am
2. Juli 2003 in Prag treffen. 1988 hatte es zum letzten Mal olympische
Winterspiele in Kanada gegeben. Damals war Calgary, Alberta, der Gastgeber.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft
Creutzfeldt-Jakob-Krankheit: Der erste Kanadier stirbt an der neuen Variante vCJK
In Saskatoon in der Provinz Saskatchewan ist in der vergangenen
Woche ein an der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit erkrankter Mann
gestorben. Der 50-jährige Kanadier war der erste Patient in
Nordamerika, an dem diese Gehirnkrankheit, die als menschliche
Variante des Rinderwahns (BSE) gilt, diagnostiziert worden war.
Nach Angaben des kanadischen Gesundheitsministeriums, das im
Internet ausführlich über den Fall und über die vorgenommenen
Vorsorgemaßnahmen informiert, hatte
sich der Mann in den 80er und 90er Jahren häufig in Groß-
britannien aufgehalten, zu einer Zeit, als dort die BSE-Seuche
besonders stark verbreitet war. Sie gilt als Erreger der immer
tödlich verlaufenden Krankheit.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft
No smoking: Auch junge Kanadier rauchen weniger
Die jüngsten Ergebnisse einer Untersuchung des Raucherverhaltens
der Kanadier bestätigt, dass Ottawas vielschichtige Anti-Raucher-Strategie aufgeht.
So ging die Zahl der über 15 Jahre alten
Raucher 2001 im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent auf 22
Prozent (5,4 Millionen) zurück. 1999 hatte noch jeder 4. Kanadier
geraucht. Während bei der jüngsten untersuchten Altersgruppe,
den 15- bis 19-Jährigen, 2,5 Prozent weniger Raucher registriert
wurden, lag der Prozentsatz bei den 20- bis 24-Jährigen 2001
unverändert bei 32 Prozent. Die Regierung hat sich zum Ziel
gesetzt, bis Jahr 2011 den Prozentsatz der Raucher auf zwanzig
Prozent zu senken. Der Federal Tobacco Control Strategy stehen
zu diesem Zweck für fünf Jahre fast 560 Millionen Dollar zur
Verfügung
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft
Fast jeder 2. Haushalt surft: In Kanada nimmt die Zahl der Internet-Benutzer weiter zu
In 5,8 Millionen kanadischen Haushalten, das ist fast jeder
Zweite, surfte im vergangenen Jahr mindestens ein Familienmitglied
regelmäßig im Internet. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete
dies, wie Statistics Canada in einer Untersuchung ermittelte,
eine Zunahme um zwanzig Prozent. Mehr als die Hälfte derjenigen,
die vom heimischen Computer aus ins Internet starteten,
interessierte sich für die von der Regierung angebotenen Websites und
für Nachrichten. 60 Prozent dieser Gruppe informierten sich über
medizinische Themen.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft