Wirtschaft - aktuell: BIP wächst, Arbeitslosigkeit geht zurück
Mit einem auf das Gesamtjahr umgerechneten Zuwachs von 4,3 Prozent hat das kanadische Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal diesen Jahres die USA (+1,1 Prozent) weit hinter sich gelassen. Für Kanadas Statistikbehörde, die diese Zahlen vorlegte, ist diese positive Entwicklung vor allem auf die starke Verbrauchernachfrage im Dienstleistungsbereich sowie auf die deutlich aufgestockten Ausgaben der Wirtschaft für den Maschinen- und Gerätebestand zurückzuführen.

Leicht verbessert hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Durch das unerwartet hohe Angebot von 59.000 neuen Arbeitsplätzen ging die Arbeitslosenrate im August auf 7,5 Prozent (Juli: 7,6 Prozent) zurück. Insgesamt sind in Kanada in den ersten acht Monaten diesen Jahres 386.000 neue Jobs geschaffen worden.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft

11. September 2002: Premierminister Chrétien - Mitverantwortung des reichen Westens
Nachdem Anfang letzter Woche Premierminister Jean Chrétien bei einem Treffen mit US-Präsident Bush betont hatte, es sei Sache der Vereinten Nationen, das Irak-Problem zu lösen, begrüßte Kanadas Außenminister Bill Graham die am Freitag von US-Präsident Bush an die Vereinten Nationen gerichtete Aufforderung, dafür zu sorgen, dass der Irak die UN-Waffenkontrolleure unverzüglich ins Land lässt. Minister Graham hatte in New York zu einem Treffen der G-8-Außenminister eingeladen, um mit ihnen über den Irak und die Lage in Nahost zu beraten. Graham zeigte sich zuversichtlich, so berichtet Radio Canada International, dass der UN-Sicherheitsrat schon in wenigen Wochen entscheiden kann, ob die irakische Regierung die entsprechenden UN-Resolutionen befolgt. Graham sprach auch mit arabischen Amtskollegen sowie mit dem irakischen Außenminister Naji Sabri.

In Kanada hat ein Interview mit Premierminister Jean Chrétien für landesweite Zustimmung aus der Bevölkerung, aber auch für Kritik gesorgt, das das kanadischen Fernsehen CBC am Abend des 11. September im Rahmen einer Dokumentation zum Jahrestag der Terroranschläge in den USA sendete. In dem Interview, das bereits am 30. Juli aufgenommen worden war, hatte Kanadas Regierungschef auf die immer tiefer werdende Kluft zwischen armen und reichen Ländern verwiesen. Auch darüber müsse man 11. September nachdenken.

Dies sei ihm besonders klar geworden, als er sich im Zusammenhang mit dem G-8-Gipfel in Kananaskis mit dem Thema Afrika beschäftigte. Deshalb, so Chrétien, müsse der Westen erkennen, dass er mit seiner Macht die Anderen nicht demütigen dürfe. "Ich denke, die übrige Welt ist etwas zu egoistisch und löst damit eine Menge Empörung aus.... Denn die Armen werden ständig ärmer, während die Reichen immer reicher werden." Der volle Wortlaut des Interviews ist auf der CBC-Website nachzulesen. Auch auf der Website des Premierministers befinden sich einige Passagen des Textes.

Am gestrigen Montag bekräftigte der Premierminister vor der UN-Vollversammlung in New York seinen Standpunkt, dass zwischen dem ungleich verteilten Wohlstand in der Welt und den Anschläge vom 11. September 2001 ein direkter Zusammenhang bestehe.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft

Auch das war der 11. September: Chrétien lobt die herzliche Hilfsbereitschaft seiner Landsleute
"Wir kamen völlig unerwartet als Fremde, doch als wir wieder losflogen, waren wir zu Ihren Brüdern und Schwestern geworden". Eine Stimme von tausenden gestrandeter Flugpassagiere, die sich, so Premierminister Chrétien bei einer Gedenkstunde zum 11. September in Gander, Newfoundland, für die beispiellose Gastfreundschaft bedankt hatten, mit der sie in Kanada empfangen worden waren. Wegen des nach den Anschlägen ausgesprochenen Flug- und Landeverbots in den USA konnten am 11. September 239 Flugzeuge mit mehr als 7.000 Menschen an Bord ihr Ziel nicht erreichen. Sie wurden schließlich auf die kanadischen Flugplätze in Gander, St. John's, Stephenville, Goose Bay und Deer Lake umgeleitet. "An den 11. September", so der Premierminister, "werden wir uns noch lange als einen Tag des Terrors und der Trauer erinnern. Doch hier in Gander und überall in Kanada, wo die unerwarteten Gäste aufgenommen wurden, wird er auch als Tag der Hilfsbereitschaft und des Trostes in unserem Gedächtnis bleiben."
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft

Anklage: Die US-Piloten von Kandahar werden vor ein Kriegsgericht gestellt
Die beiden US-amerikanischen Kampfpiloten, die am 18. April in Afghanistan eine Laser gesteuerte 227-kg-Bombe auf kanadische Truppen abgeworfen hatten, werden vor ein US-amerikanisches Kriegsgericht gestellt. Vier kanadische Soldaten waren bei dem Unglück getötet worden, acht wurden z. T. schwer verletzt. Die Piloten hatten eine nächtliche Schießübung kanadischer Soldaten für einen feindlichen Angriff gehalten und sofort gefeuert. Nachdem sowohl ein US-amerikanischer wie ein kanadischer Ausschuss den Zwischenfall untersucht hatten, müssen sie sich nach Angaben des Pentagon wegen fahrlässiger Tötung bzw. wegen Missachtung militärischer Vorschriften verantworten.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft


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