Gemeinsam Energie sparen: Regierung legt Realisierungskonzept zum Kyoto-Protokoll vor
Seit dem gestrigen Montag können die Kanadier im
Internet
nachlesen, welchen Beitrag die
Regierung von ihnen erwartet, damit Kanada die Vorgaben des
Kyoto-Protokolls erfüllen kann. Wie angekündigt, werden dabei
alle in die Pflicht genommen, Privathaushalte, Industriebetriebe,
Autofahrer... Zugleich wird betont, dass die dabei entstehenden
finanziellen Lasten nicht unangemessen groß sein dürfen.
In dem Entwurf ('Draft Plan on Climate Change: Achieving our
Commitments Together'), den Umweltminister David Anderson und
sein für Naturresourcen zuständiger Kabinettskollege Herb
Dhaliwal am Montag in Halifax mit den Umweltministern der
Provinzen und Territorien diskutierten, spielen das Energiesparen,
die Nutzung umweltfreundlicher Energien, der Emissionshandel
großer Industrieanlagen und die Bewirtschaftung von Wald-
und Agrarflächen, die sich als so genannte CO2-Senken einbringen
lassen, eine wichtige Rolle. Bis zum Jahre 2010 sollen die
Emissionen von Treibhausgasen in Kanada um weitere 100
Megatonnen reduziert werden. 60 Megatonnen werden durch bereits
eingeleitete Maßnahmen eingespart. Seit 1998 hat Ottawa 1,6
Milliarden Dollar in den Abbau der Treibhausgas-Emissionen
investiert.
Bei ihrer gestrigen Konferenz in Halifax betonten die Vertreter
der Provinzen, dass sie eine größere Einbindung in das nationale
Konzept wünschen. Die nächste Konferenz, an der auch die
Energieminister der Provinzen teilnehmen, findet am 21. November in
Toronto statt.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft
Wirtschaftsprognose: Zentralbankchef Dodge rechnet mit Anstieg der Inflation
Vor der Presse in New York betonte der Gouverneur der Bank of
Canada, David Dodge, in der vergangenen Woche, in Kanada werde
die Inflationsrate zwar bis zum Jahresende auf über drei Prozent
ansteigen, sie werde aber spätestens in der zweiten Hälfte des
nächsten Jahres zurückgehen. Man müsse dafür sorgen, dass das
Wachstum, das im dritten Quartal, aufs Jahr gerechnet, rund vier
Prozent geschätzt wird, nachhaltig und nicht-inflationär bleibt.
Die kanadische Wirtschaft, deren Wachstumstempo das der übrigen
großen Industriestaaten der G-8 überflügelt hat, habe nahezu
ihre volle Kapazität erreicht. Im Laufe der nächsten drei
Quartale sei aber auch in Kanada angesichts weltweiter geo- und
finanzpolitischer Unsicherheiten und einer schwachen US-
Konjunktur mit einer abgeschwächten Wirtschaftsentwicklung zu
rechnen, erklärte Dodge.
Zuvor hatte Kanadas Zentralbankchef vor dem Finanzausschuss des
Parlaments eine verstärkte Integration des kanadischen und US-
amerikanischen Handels befürwortet, die über das Freihandels-
abkommen NAFTA hinausgeht. Nur so könne man verhindern, dass
kanadischen Unternehmen der US-Markt versperrt wird.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft