Ratifiziert: Parlament in Ottawa stimmt dem Kyoto-Protokoll zu
Nachdem das Parlament in Ottawa am Donnerstag letzter Woche mit
195 Stimmen bei 77 Gegenstimmen der Ratifizierung des Kyoto-
Protokolls zur Verminderung der so genannten Treibhausgase
zugestimmt hatte, setzte Premierminister Jean Chrétien am gestrigen
Montag seine Unterschrift unter das in Kanada nicht unumstrittene
internationale Abkommen.
Es verpflichtet Kanada, bis zum Jahre 2012 die Kohlendioxid-
Emissionen so zu reduzieren, dass sie dann um sechs Prozent
niedriger sind als 1990. Bei der Abstimmung im Parlament hatten
die oppositionellen Sozialdemokraten (NDP) und der Bloc
Québecois die liberale Regierungsfraktion unterstützt. Die
Fraktionen der Canadian Alliance und der Progressiv-Konservativen
Partei stimmten gegen die Ratifizierung.
Kanadas Umweltminister David Anderson hat bereits angekündigt,
die Regierung werde mit den Großunternehmen über eine mögliche
Obergrenze der für sie anfallenden Kosten sprechen.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft
Grundsteinlegung: Kanadische Botschaft soll ein Ort der Begegnung werden
Am Leipziger Platz 17, Ecke Ebertstraße, legte am Dienstag
vergangener Woche Kanadas Botschafterin in Berlin, Marie Bernard-
Meunier, gemeinsam mit dem für Wirtschaft und Stadtentwicklung
zuständigen Berliner Senator Peter Strieder, dem Geschäftsführer
der Unternehmergruppe Hannover Leasing, Stefan L. Volk, und dem
Geschäftsführer der Tercon Immobilien-Projektentwicklungs-GmbH,
Horst Lieder, den Grundstein für den Neubau des Botschaftsgebäudes.
Es ist Teil eines 14.500 qm großen Komplexes, dessen
Kosten auf knapp 38 Millionen Euro veranschlagt werden, und wird
im Rahmen eines Public-Private-Partnership-Modells gebaut. Etwa
die Hälfte des Gebäudes wird von der Botschaft genutzt werden.
Im übrigen Teil entstehen frei vermietete Läden, Büros und
Wohnungen. Das kanadische Außenministerium hatte das Gelände 1996
vom Bund erworben.
Kanadas neue Botschaft wird, so Botschafterin Meunier, als
Bindeglied zwischen Friedrichstraße und Potsdamer Platz "für
eine starke kanadische Präsenz im Herzen des historischen
Berlins" stehen. Sie sei "als lebendiger Ort der Begegnung
konzipiert und wolle nicht nur zwischen den benachbarten
Plätzen Brücken schlagen sondern vor allem zwischen Kanada
und Deutschland", betonte die Botschafterin.
Als Sinnbild kanadischer Identität werden für das Gebäude
typische Baumaterialien aus allen Regionen Kanadas verwendet.
Die Entwürfe stammen von der kanadischen Architektengemeinschaft
Kuwabara Payne McKenna Blumberg.
Weitere Informationen und Bilder im
Internet.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft
Joint Ventures: USA und Kanada beschließen grenzübergreifende Militär-Kooperation
Als Teil der bilateralen Terrorismusbekämpfung haben Kanadas
Verteidigungsminister John McCallum und Außenminister Bill Graham
in der vergangenen Woche in einer Pressekonferenz das Konzept
einer erweiterten militärischen Partnerschaft mit den USA
vorgestellt. Sie ermöglicht den beiden nordamerikanischen
Nachbarländern im Fall von terroristischen Anschlägen und
Naturkatastrophen den grenzüberschreitenden Einsatz in Kanada bzw. in
den USA. Eine bilaterale Planungsgruppe, die dem kanadischen
General Ken Pennie unterstellt ist, soll im Hauptquartier von
NORAD (North American Aerospace Defence Command) in Colorado
Springs die organisatorische Planung des Vorhabens erarbeiten.
Die Kooperation umfasst u.a. die geheimdienstliche Arbeit, die
Küstenüberwachung und Militärmanöver. Wie der kanadische
Verteidigungsminister betonte, dient sie dazu, beiderseits der
gemeinsamen Grenze Leben zu retten. Er erklärte: "Weder Terroristen
noch biologische Kampfstoffe machen vor dem 49. Breitengrad Halt.
Es ist deshalb nur vernünftig, dass Kanadier und Amerikaner
gemeinsam planen, wie wir das Leben unserer Bürger schützen können."
Kanadas Souveränität werde dadurch nicht beeinträchtigt. Es seien
vielmehr Terroristen, die diese bedrohten.
Gemeinsame Strategien zur Sicherheit der Grenzen standen auch im
Mittelpunkt von Gesprächen, die Kanadas stellvertretender
Premierminister John Manley in der vergangenen Woche in Washington mit
dem designierten US-amerikanischen Innenminister Tom Ridge geführt
hatte.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft
Willkommen, Fremde! Mehr ausländische Studierende und Schüler nach Kanada
Beim Besuch der internationalen Bildungskonferenz, die das Canadian
Education Centres Network Anfang Dezember in Ottawa organisiert
hatte, kündigte Kanadas Außenminister Bill Graham an, die Regierung
erwäge Visa-Erleichterungen für junge Ausländer, die nach Kanada
kommen wollen, um hier eine Zeit lang eine Universität, ein
College, eine Schule oder Sprachkurse zu besuchen. Kanadas
Bildungseinrichtungen sollten dadurch noch attraktiver werden. Die Studien-
und Schulgebühren, die ausländische Schüler und Studierende ins
Land bringen, belaufen sich nach Angaben der Tageszeitung 'Globe
and Mail' auf vier Milliarden Dollar.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft
Vielstimmig: Kanadas Mehrsprachigkeit verändert sich auf Kosten der Frankophonen
In Kanada bezeichnen sich immer mehr Menschen als zweisprachig.
Ihr Anteil stieg 2001 auf 17,7 Prozent (1996: 17 Prozent). Doch
zugleich nimmt der Prozentsatz der Kanadier, die die beiden
offiziellen Landessprachen Englisch und Französisch beherrschen,
ab. Zu diesem Ergebnis kommt Statistics Canada, das in der
vergangenen Woche die Auswertung des 2001 durchgeführten Zensus
bekannt gab. Während landesweit 43,4 Prozent der frankophonen
Kanadier, deren Bevölkerungsanteil 2001 bei 22,9 Prozent lag,
auch Englisch sprechen, gaben nur noch neun Prozent der befragten
englischsprachigen Kanadier an, sie könnten sich auch in
Französisch unterhalten. Dem gegenüber hat sich auf Grund der
großen Zahl von Einwanderern Kanadas Vielsprachigkeit rasant
ausgeweitet. Nach Schätzungen von Experten werden in Kanada inzwischen
fast einhundert verschiedene Sprachen gesprochen, von Arabisch bis
Urdu. Weitere Informationen im
Internet.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft
Warnung bleibt: Québecs Oberstes Gericht weist Klage der Zigarettenlobby zurück
Die obligatorischen Warnhinweise, mit denen in Kanada auf bzw.
in jeder Zigarettenpackung vor den gesundheitlichen Gefahren des
Rauchens verwiesen wird, verstoßen nicht gegen die Verfassung.
Mit dieser Entscheidung wies das Oberste Gericht von Québec in
der vergangenen Woche eine Gemeinschaftsklage der größten
kanadischen Tabakkonzerne Imperial Tobacco Canada Ltd., Rothmans,
Benson & Hedges Inc. und JTI-Macdonald Corp. gegen das
Tabakgesetz ab. Die Tabakmultis hatten angeführt, die Warnungen
beeinträchtigten Geschäft und Vermarktung eines legalen Produktes.
Dagegen führte das Gericht in einer 193 Seiten umfassenden
Urteilsbegründung an, die Regierung habe die Pflicht, die
öffentliche Gesundheit zu schützen. Nach Schätzungen der Canadian
Cancer Society, die das Urteil begrüßte, sterben jährlich 45.000
Kanadier an den Folgen des Tabakkonsums.
Quelle: Newsletter der kanadischen Botschaft